Geschichte der Feuerwehr Altenburg: FFW Jestetten

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Überblick

Über das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Altenburg vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr sind im Gemeindearchiv keine Aufzeichnungen vorhanden. Sicher ist, im Jahr 1840 waren in Altenburg 2 Löschweiher vorhanden. Ein Weiher befand sich im Oberdorf Richtung Jestetten und einer im Unterdorf unmittelbar bei der Katholischen Kirche.

Die älteste noch vorhandene Aufzeichnung einer Feuerlöschmannschaft trägt das Datum 10.03.1925. Die Einteilung der 60 Mann starken Feuerlöschmannschaft umfasste die Spritzenbespannung, Eilboten, Aufstellung der Windlichter und Pechfackeln am Brandplatz, das Läuten bei einem Brand, ferner die Rettungsmannschaft, Spritzenmannschaft, Wassermannschaft, die Elektriker-, Arbeits- und die Wachmannschaft.

Durch die ständige Bevölkerungszunahme zum Ende der 20iger Jahre und der Vergrösserung des Altenburger Ortskerns, gelang man zur Erkenntnis, dass die bisher bestehende Feuerlöschordnung unzweckmässig sei und daher eine Reorganisation des Feuerlöschwesens als notwendig erachtet wird. Der Gemeinderat der damals selbständigen Gemeinde Altenburg fasste daher in der Sitzung vom 11. März 1929 den Beschluss, alle Feuerlöschpflichtigen zu einer Versammlung einzuladen.

An der Versammlung am 22. März 1929 im Gasthaus Adler konnte der damals amtierende Bürgermeister Otto Altenburger 60 Feuerlöschpflichtige in der Funktion als Versammlungsvorsitzender begrüssen. Ziel der Versammlung war die Neugründung einer Feuerwehr. Kommandant Sigg der Feuerwehr Jestetten referierte als geladener Gast über Zweck und Ziel einer Freiwilligen Feuerwehr. Eine anschliessende lebhafte Diskussion endete mit einer Abstimmung für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Altenburg ohne Gegenstimme.

In der ersten einberufenen Feuerlöschprobe am 22. Mai 1929 wurde in Anwesenheit von Feuerlöschinspektor Roder aus Erzingen und Kommandant Sigg aus Jestetten die Einteilung der Mannschaft in folgende fünf Abteilungen vorgenommen: Rettungsmannschaft, Leitermannschaft, Spritzmannschaft, Hydrantenmannschaft und Wachmannschaft. Im Anschluss an diese erste Probe wurde die Führung der neuen Wehr gewählt. Die Satzung der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr Altenburg trat am 05. Oktober 1929 in Kraft. Der Mitgliederbestand betrug 62 Feuerwehrleute. Die noch junge Wehr musste in den ersten Jahren mit den damals erforderlichen Geräten und Schutzkleidung ausgerüstet werden.

Die Gründung einer Feuerwehrmusik wurde auf Anregung einiger Mitglieder mit dem Gründungskonzert am 22.02.1936 im Gasthaus Adler besiegelt. Die Musikgruppe führte man als Abteilung der Feuerwehr Altenburg. In dieser Zeit bekam aber auch die Feuerwehr Altenburg die Machtübernahme des damaligen Regimes zu spüren. Zunächst und in den folgenden Jahren versuchte man politische Neutralität zu wahren, was natürlich des Öfteren zu harten Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten mit der braunen Parteiprominenz führte.

Während des 2. Weltkrieges Krieges hielten hauptsächlich Schweizer Bewohner den Brandschutz mit minimaler Besetzung sicher. Für einen Neuaufbau wurden nach dem Krieg 1945 die Weichen gestellt. Aus der früheren Feuerwehrmusik ging der Musikverein Altenburg hervor. Während der französischen Besatzungszeit wurde jedoch die Mannschaftsstärke der Feuerwehr auf ein Minimum reduziert. Es konnten nur Personen mit Erlaubnis der französischen Kommandantur am Feuerwehrdienst teilnehmen. Nach Aufhebung der Einschränkung durch die Besatzungsmacht wurde am 31. März 1952 die neue Führung der Wehr gewählt. Der Neuaufbau nach dem Krieg konnte beginnen, das Feuerlöschwesen kehrte wieder in geordnete Bahnen zurück.

Eine eindeutige Verbesserung des Brandschutzes brachte die Anschaffung einer Tragkraftspritze mit Anhänger im Jahr 1962. Um eine gute Unterbringung der Geräte zu garantieren, wurde am 01. August 1969 das Richtfest für ein neues Gerätehaus gefeiert und ermöglichte den Umzug von der bis dahin in der Lindenstrasse beim Alten Kindergarten befindlichen Feuerwehrremise in das heute noch benützte Gerätehaus im Anwandel 1.

Auf Drängen der Feuerwehr entschloss sich der Gemeinderat Altenburg 1972 als Ersatz des Tragkraftspritzenanhängers, ein Löschgruppenfahrzeug anzuschaffen. Bedingt durch den Gemeindezusammenschluss der damals eigenständigen Gemeinden Jestetten und Altenburg wurde am 01. Januar 1973 die Feuerwehr Altenburg als Abteilung in die Freiwillige Feuerwehr Jestetten integriert. Im gleichen Jahr erhielt die Abteilung Altenburg das noch von der selbständigen Gemeinde Altenburg bestellte Löschgruppenfahrzeug LF8/TS. Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. Gleichzeitig mit der Einweisung der Mannschaft im Umgang mit dem neuen Fahrzeug wurden die Mitglieder der Abteilung Altenburg wieder auf den neusten Ausbildungsstand gebracht.

Nach 28 Jahren Dienst des inzwischen betagten Fahrzeugs LF8/TS beschaffte die Gemeinde Jestetten im Jahr 2001 für die Abteilung Altenburg ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8/6. Damit waren die Motivation der Mannschaft und der Erhalt der Abteilung gestärkt. Im Zuge der Neuanschaffung des Fahrzeugs wurde auch ein Anbau am bestehenden Gerätehaus getätigt, das zum Grossteil durch die Eigenleistung der Mannschaft der Abteilung Altenburg erstellt wurde. Die Einweihung des Gerätehausanbaus sowie die Vorstellung des neuen Löschgruppenfahrzeugs erfolgten bereits im Dezember 2001.

Die Feuerwehrangehörigen der Abteilung Altenburg fühlen sich als integrierter Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Jestetten mit einem hohen Grad an Motivation, kombiniert mit einer grossen Verbundenheit zum Ortsteil Altenburg und einer hervorragenden partnerschaftlichen Beziehung zur Abteilung Jestetten.

Nachfolgend die Kommandanten der Feuerwehr Altenburg bzw. der Einsatzabteilung Altenburg in zeitlicher Reihenfolge seit der Gründung:

Freiwillige Feuerwehr Altenburg

  • 1929 – 1937 Johann Schmid, Schlosser
  • 1937 – 1946 Georg Häring, Kaufmann
  • 1946 – 1952 Paul Wipf, Härter
  • 1952 – 1973 Siegfried Altenburger, Landwirt

Freiwillige Feuerwehr Jestetten Abteilung Altenburg

  • 1973 – 1976 Siegfried Altenburger, Abteilungsleiter
  • 1976 – 1996 Georg Häring, Maschinenschlosser
  • 1996 – 2011 Christoph Bierwagen, Maurer
  • 2011 – 2015 Norbert Binder, IT-Fachmann
  • 2015 – heute Kay Unzicker, Dipl.-Ing. (FH)