Aktuelles & News: FFW Jestetten

Seitenbereiche

Hauptbereich

Unterricht- Todesfälle im Einsatz und belastende Situationen

icon.crdate24.11.2018

Erzählungen der Kameraden machte sehr betroffen...

Am Dienstag den 20. November 2018 duften die Mitglieder der Feuerwehr Jestetten einen besonderen Schulungsabend erleben.

Bei der Begrüßung von Gesamtkommandant Holger Jörns erwähnte er, dass es eine Werbung für Feuerwehrstiefel gibt in welcher es heißt: „In uns stehen Helden“.

Er erwähnte weiterhin, dass Stiefel nicht immer vor belastenden Ereignissen bei Einsätzen schützen und auch ein vermeintlicher Held an Grenzen stoßen könne.

 

In den letzten Jahren mussten Kameradinnen und Kameraden aus Jestetten immer wieder solche Situationen bei Verkehrsunfällen, Bränden und anderen Einsätzen erleben.

Besonders auffällig war, dass in zahlreichen Einsätzen Feuerwehrangehörige persönlich betroffen waren.

  

Uwe Kaier leitete den Schulungsabend, in welchem es um den Umgang mit dem Tod an Einsatzstellen und belastenden Situationen bei Einsätzen ging.

Sicherlich war dies kein einfaches Thema für einen Schulungsabend, wenn Angehörige der Feuerwehr den ganzen Tag gearbeitet haben und eigentlich einen „gemütlichen Theorieabend“ erwarten.

Uwe konnte aufgrund seiner Erfahrungen im Beruf, im KIT und der Feuerwehr das Thema sehr spannend aufgreifen.

 

Im ersten Teil ging es um erlebte Todesfälle im Einsatz. Wie stellt der Arzt die Todesbescheinigung aus, welche Folgen hat die Entscheidung des Arztes bei der Wahl der Todesart?

Wie können Einsatzkräfte vor Ort mit Angehörigen in solch einem Fall umgehen? Diese Fragen wurden im ersten Teil umfangreich bearbeitet.

  

Im zweiten Tell wurde das Thema belastende Einsätze für Helfer besprochen.

 

Welche Alarmstichworte beschäftigen/belasten uns? Welche Einsätze bringen uns an unsere Grenzen? Was ist Stress am Einsatzort? Wie gehen wir mit schlimmen Situationen um? Diese und andere Fragen wurden besprochen und fachkompetent erläutert.

Hierzu durfte eine kurze Ausarbeitung in Form einer Gruppenarbeit nicht fehlen.

 

Uwe zeigte auf, was ein belastender Einsatz mit uns macht oder machen könnte und gab viele Tipps wie man mit so einer Situation umgehen könnte.

Wichtig war ihm dabei, dass jeder Helfer anders auf eine belastende Situation reagieren kann.

Dies unter dem Motto“ jede Reaktion ist normal und entscheidend ist, wie der betroffene Helfer den erlebten Einsatz für sich wertet“!

 

In einem Beispiel zeigte er die verschiedenen möglichen Gedanken einer Löschfahrzeugbesatzung auf, welche sich nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Rückfahrt zum Gerätehaus befand.

 

Dass  auch Feuerwehrangehörige von besonderen Situationen betroffen sein können zeigte sich, als neun Feuerwehrangehörige von Einsätzen der Feuerwehr Jestetten in Ihrem privaten Umfeld der vergangenen Jahre berichteten. Dies war natürlich im Vorfeld mit den Betroffenen so abgesprochen.

 

Beeindruckend erzählten sie, wie sie diese Situation erlebt hatten und was dieses Erlebnis mit ihnen gemacht hat. Diese Berichte sorgten für sehr eindrückliche Erkenntnisse bei allen Anwesenden und zeigten auf, dass auch eine relativ kleine Feuerwehr einige selbst Betroffene in ihren Reihen hat und somit auch Experten auf diesem Gebiet aufweisen kann.

Abschließend präsentierte Uwe noch einige Ideen, wie Einsatzkräfte und auch die Führungskräfte mit belastenden Helfern umgehen sollten.

  

Die wichtigste Erkenntnis dieses Abends für alle Anwesenden ist mit Sicherheit, dass ein Feuerwehrangehöriger keinen Helden darstellt, dieser jederzeit von einem Einsatz betroffen sein kann und eine Schwäche zugeben darf. Dies stellt dann wiederum eine extreme Stärke dar.

  

Feuerwehrangehörige sind normale Menschen, mit einem absolut außergewöhnlichen Hobby oder Beruf.

 

In der Feuerwehr Jestetten wird seit Jahren eine sehr gute Kultur gelebt, in welcher die Kameradschaft untereinander, das offenen Ohr, Auge und Herz des Kommandos und die Fachkompetenz von Uwe Kaier dazu beitragen, dass es allen Mitgliedern der Feuerwehr Jestetten ermöglicht, schwierige Situationen verarbeiten zu können.

 

An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank an unseren Referenten, welcher die schwierigen Themen an diesem Schulungsabend hervorragend vermittelt hat.

  

Bericht: Holger Jörns, Gesamtkommandant