Atemschutzausbildung im Rauch und am Feuer
icon.crdate12.04.2021
Atemschutzgeräteträger erleben ganztägige und praxisnahe Ausbildung
Durch die engen und sehr guten Beziehungen zwischen den Nachbarfeuerwehren Weinland/CH und Jestetten war es wiederum möglich, dass zahlreiche Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Jestetten bei einer ganztägigen Ausbildung im Übungszentrum Andelfingen mitwirken durften. Auch eine Gruppe der Feuerwehr Weinland nahm an der Ausbildung teil.
Nach der kurzen Begrüßung durch den Übungsleiter Heier Wipf und seinem Instruktorenstab ging es gleich daran, alle Teilnehmer in Gruppen einzuteilen und mit persönlicher Ausrüstung zu versorgen.
Hierbei erhielten wir eine Einsatzjacke und Einsatzhose mit Flammschutzhaube, ein Atemschutzgerät und eine Atemschutzmaske.
Mitgebracht hatten wir unsere eigenen Einsatzstiefel, die Einsatzhandschuhe und alte ausgemusterte Helme, denn die extreme Hitze setzt der Ausrüstung zum Teil erheblich zu und das muss bei einer Übungseinheit nicht sein.
In Gruppen eingeteilt, ging es mit jeweils zwei Instruktoren gleich an die Übungseinheiten und hier stehen in Andelfingen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Die einzelnen Szenarios wurden zuvor nicht besprochen, es gab lediglich eine ganz kurze Information. Nach jeder Übungseinheit gab es jedoch eine Nachbesprechung und ein Feedback der Ausbilder.
Die einzelnen Übungen gingen wir mit einer gehörigen Portion Respekt an, denn diese sind in Andelfingen sehr realistisch dargestellt.
Ein Kellerbrand wurde mit zahlreich brennenden Holzpaletten und Brennholz befeuert und somit herrschten im Keller sehr heiße Temperaturen. Durch die starke Rauchentwicklung war die Sicht gleich null. Ausgerüstet waren die Trupps mit Wärmebildkameras und Taschenlampen.
Beim Brand in einem "Containerdorf" mussten Treppen und Leitern überwunden und längere Wege zurückgelegt werden. Das Thema war hier immer wieder das Schlauchmanagement.
Ein Küchenbrand forderte die Trupps, denn das Ziel war, den Brand rasch zu lokalisieren, die Räume zu belüften und dafür zu sorgen, dass der Rauchschaden sehr gering blieb. Hierzu kamen Rauchvorhänge und Druckbelüfter zum Einsatz.
Eine Herausforderung war der Brand in einer Tiefgarage mit eingestellten Fahrzeugen. Zuvor mussten zwei 90-Grad Leitern überwunden werden und viel Schlauch verlegt werden, um an den Brandherd im dichten Rauch und hohen Temperaturen zu gelangen.
Insgesamt verbrauchte jeder Atemschutzgeräteträger an diesem Tag mindestens sechs bis sieben Flaschen Atemluft.
Für viel Flüssigkeitsnachschub war gesorgt, nicht fehlen durfte eine Mittagspause mit einem warmen Essen und einige kurze Pausen.
Die Jestetter Gruppe wurde von unserem Kommandanten Holger Jörns begleitet, welcher uns nicht nur betreute, sondern auch bei Übungen als Einsatzleiter fungierte. Somit nahm auch er einige Erfahrungen und Ideen mit nach Hause.
Die praxisnahen Übungen im Rauch und am Feuer forderten alle Teilnehmer ungemein, dies ließ sich aus den Gesichtern ablesen. Trotz der Anstrengungen war ganztägig immer ein Lächeln in den Gesichtern der Einsatzkräfte zu sehen.
Wir alle betrachteten den Tag als Geschenk, welcher viel Spaß machte.
Die wichtigen Übungen dienten dem Training von Einsatztaktik und waren nicht ungefährlich. Leider verletzten sich (trotz sehr guter persönlicher Ausrüstung) zwei unserer Teilnehmer leicht und erlitten Verbrennungen. Ihnen wünschen wir eine baldige und vollständige Besserung.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Freunden vom Stützpunkt Weinland für diesen lehrreichen und spannenden Tag, welcher uns noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Bericht: Uwe Kaier
Bilder: Feuerwehr Jestetten













































