Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Banner_18-12-1
Banner_18-12-2
Banner_18-12-3
Banner_18-12-4
Banner_18-12-5
Übung um die Jahrhundertwende
Übung um die Jahrhundertwende

Die Jahre bis 1850

Die Feuerwehr Jestetten wurde am 06. Juli 1869 unter Bürgermeister Karl Ott gegründet. Der erste Kommandant war Pius Keller. Die Geschichte des Feuerlöschwesens in Jestetten reicht jedoch länger zurück. Bereits zuvor gab es für die Bevölkerung Regeln wie sich im Falle von Brandfällen zu verhalten hatten. So war jeder erwachsene Bürger mit einem Feuerkübel ausgerüstet und zur Hilfeleistung verpflichtet. Auch Frauen waren hiervon nicht ausgenommen.

Die Einteilung der Bevölkerung in sogenannte Rotten diente dazu, die Aufgaben zu verteilen um einen bestmöglichen Erfolg bei der Brandbekämpfung zu erreichen. Aufgaben der einzelnen Rotten waren z.B. das Bedienen der Feuerspritzen, das Räumen oder das Besteigen der Häuser oder das Einreißen der Dächer und das Abtragen des Schuttes.

Laut Aufzeichnungen wurde in Jestetten 1831 eine Feuerspritze beschafft. Da eine Wasserversorgung über Wasserleitungen zu damaliger Zeit nicht vorhanden war, wurden sogenannten Brandweiher angelegt. Der Brandweiher  in Jestetten wurde 1839 auf Anweisung des Großherzoglichen Bezirksamt Jestetten in der Weihergasse angelegt. Der Weiher lag beim jetzigen Standort der Realschule. Zusätzliche Brandweiher gab es in Jestetten nicht, was auf eine genügende Löschwasserversorgung durch Bäche (Schwerzebach, Frankengrabenbach, Brühlbach und Volkenbach) schließen lässt.

Vom 08. September 1844 liegt ein „Verzeichnis über Mannschaft zum Feuerlaufen bei Brandunglücken beträf“ vor. Wonach die Mannschaft in 2 Rotten a‘ 15 und 14 eingeteilt war.

1850 - 1900

Der Amtsbezirk Waldshut führte am 24. September 1861 eine neue Feuerlöschordnung ein, welche bereits 2 Monate später in Jestetten übernommen wurde.

Offensichtlich wirkten sich die Kriege der damaligen Zeit  auf die Reorganisation des Feuerlöschwesens aus. So wurde 1866 nach dem preußisch-österreichischen Krieg in Jestetten ein Komitee gebildet, deren Aufgabe darin bestand, die vorbereitenden Arbeiten zur Gründung einer Feuerwehr in die Wege zu leiten. Das Gründungsdatum der Feuerwehr Jestetten war hiernach der 06. Juli 1869. Wie vielerorts war auch in Jestetten, eine Musikabteilung Bestandteil der Feuerwehr.

Die Aufgaben der Wehr bestanden in der Hilfeleistung bei Feuersgefahr und Wassernot, sowie anderen öffentlichen Notständen. Die Ausrüstung der Feuerwehr, sowie die Musikinstrumente wurden durch Spenden der Bevölkerung beschafft. 1874 Beitritt in den Landesfeuerwehrverband Baden. Eine Saug- und Druckspritze wurde am 05. März 1881 beantragt und konnte am 23. Dezember 1881 in Empfang genommen werden. Die Spritze befindet sich heute noch im Besitz der Feuerwehr. Zum letzten Mal im Einsatz war diese Spritze 1943 beim Brand des Anwesen Josef Wipf in der Kirchstraße.

Verbunden mit einer Fahnenweihe und Höhgau-Feuerwehr-Verbandsfest beging die Feuerwehr Jestetten am 22. Juli 1894 ihr 25-jähriges Jubiläum. Laut Berichten sollen 500 Feuerwehrleuten mit fünf Musikkapellen an diesem Ereignis teilgenommen haben. 9 Gründungsmitglieder konnten für 25-jährige Dienstzeit ausgezeichnet werden. Die Feuerwehrfahne stammte von der Bonner Fahnenfabrik und bestand aus Taffetseide mit Goldbestickung, welches auf der einen Seite das badische Wappen in heraldischer Ausführung bis ins kleinste Detail darstellt. Im selben Jahr wurde eine 12 Meter Schiebeleiter beschafft, welche bei einer Schauübung vor dem Gasthaus Löwen in Betrieb gesetzt wurde.

Übung um die  Jahrhundertwende
Übung um die Jahrhundertwende

1900 - 1950

Ehrendiplom 1927
Ehrendiplom 1927

 

1902 wurde die die neue Wasserversorgung in Betrieb genommen.
1906 trat die Feuerwehr Jestetten dem Kreisfeuerwehrverband Waldshut bei. Am 01. August 1908 trennte sich die Musikabteilung mit 19 Mitgliedern von der Feuerwehr und existiert zunächst als selbstständige „Feuerwehrmusik“ weiter, aus der anschließend der Musikverein Jestetten entstand. Trotz der Trennung blieb der Musikverein der Wehr verbunden, was sich durch musikalische Untermalung bei jeder Generalversammlung bis zum Jahre 1941 zeigte. Lediglich bei der Generlversammlung vom 18.04.1920 konnte der Musikverein nicht spielen, da alle Instrumente in Reparatur waren. Während das 40jährige Jubiläum am 11 Juli 1909 in kleinerem Rahmen gefeiert wurde, fiel das 50jährige Bestehen im Jahre 1919 den Wirren der Nachkriegsjahre zum Opfer. 1927 konnte die Feuerwehr eine Metz Pferdezugleiter mit 18 Meter Steighöhe in Empfang nehmen.

Hingegen feierten 1929 25 Feuerwehren mit über tausend Mann das 60jährige Jubiläum. Als einziges noch lebendes Gründungsmitglied konnte bei diesem Anlass Franz Sales Schenk geehrt werden.

Schauprobe 1929
Schauprobe 1929

Am 19. Juli 1931 konnte eine zweite Feuerwehrfahne im Rahmen eines größeren Gartenfests eingeweiht werden. 1934 wurde die Reichsnormalkupplung (Storz) in Jestetten eingeführt.

Wie überall in Deutschland bekam die Freiw. Feuerwehr Jestetten auch die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu spüren. Am 27. April 1936 wurde die Wehr mit 151 Mann als öffentliche Feuerwehr nur unter der Bedingung anerkannt, dass sich der Wehrführer verpflichtete, die Wehr dem zuständigen Ortspolizeiverwalter zu unterstellen und die Vorschriften der Feuerschutzpolizei durchzuführen. Anfang März 1939 ergingen an die Feuerwehren die Durchführungsbestimmungen, das die „Schaffung einer straff organisierten, vom Führerprinzip geleiteten, rechtseinheitlich gestalteten, von geschulten Kräften geführten Polizeitruppe unter staatlicher Aufsicht“ anstrebte. Die Feuerwehren wurden zur „Feuerschutzpolizei“. Mit diesem Schritt wurden die Feuerwehrvereine der Freiw. Feuerwehren aufgelöst. Eine Metz wassergekühlte Motorspritze mit Anhänger wurde am 18. Oktober 1939 gemäß Vorgaben in Tarnfarbe dunkelgrün beschafft.

Auf Anordnung des Befehlshabers der Ordnungspolizei in Süddeutschland, musste die Feuerwehr Jestetten mit Grießen eine Löschgruppe stellen. In der Generalversammlung im April 1948 waren die älteren Feuerwehrkameraden entschlossen die Arbeit in jüngere Hände zu legen. Als Schlußsatz im Protokoll ist folgender Satz enthalten: „Leider gab es nur Bier, und dieses war nur mit ganz wenig Prozenten versehen, aber so mancher sättigte sich an der Erinnerung an frühere Versammlungen.“ Das 80jährige Bestehen wurde in den schweren Nachkriegsjahren am 28.08.1949 begangen.

Festumzug 1929
Festumzug 1929

1950 bis 2000

In der Kirchstrasse wurde 1952 ein neues Gerätehaus gebaut und im Jahre 1956 ein LF8‑TS Metz‑Opel Blitz beschafft. Im Jahre 1959 wurden neben einer neuen Tragkraftspritze, zwei Atemschutzgeräte und ein Schlauchwagen beschafft. Mit der Installation von zwei Sirenen im Jahre 1963 wurde die Alarmierung der Wehr verbessert.

Drei Tage, vom 28. Juni bis 30. Juni 1969 dauerte dem Anlass entsprechend das 100jährige Bestehen, bei dem die Fahrzeugweihe des neu beschafften Löschfahrzeuges LF16 TS MAN stattfand. Leistungswettkämpfe und ein großer Festumzug gehörten waren weitere Höhepunkte dieser Feier. Aufgrund der topographischen Lager und dem hohen Ausbildungs- und Ausrüstungsstand wurde die Feuerwehr Jestetten 1969 Stützpunktfeuerwehr.

Mannschaftsbild (1969)
Mannschaftsbild (1969)

1971 errang eine Gruppe der Feuerwehr Jestetten das Leistungsabzeichen in Gold. Ein Atemluftkompressor wurde im Jahre 1972 angeschafft und 1973 wurde durch die Eingemeindung der Gemeinde Altenburg die dortige Feuerwehr eingegliedert, welche im selben Jahr das bereits zuvor beantragte Fahrzeug LF8/TS in Empfang nehmen durfte. 1974 wurde in Jestetten eine Funkalarmanlage installiert. Im selben Jahr errang eine Gruppe der Abteilung Altenburg das Leistungsabzeichen in Gold. Ein Jahr später 1975 erhielt die Feuerwehr eine neue Anhängeleiter mit 18 Meter Steighöhe.

Am 08.10.1975 konnte eine 18 Meter Anhängeleiter in Empfang genommen werden. 1976 konnte die Feuerwehr Jestetten aufgrund der Zunahme von Verkehrsunfällen ein Tanklöschfahrzeug TLF16 mit Ausrüstung für die technische Hilfeleistung in Empfang nehmen. Um das neue Fahrzeug unterbringen zu können wurde das Gerätehaus in der Kirchstrasse  in Eigenleistung umgebaut und im selben Jahr die Jugendfeuerwehr Jestetten gegründet. Im Zuge einem Beschluss des Gemeinderates wurde der Neubau eines Bauhofes in der Hohenkrähenstrasse 17 beschlossen. In diesem Zuge wurde das Gerätehaus der Feuerwehr dort integriert. Der Innenausbau  wurde wiederum durch erhebliche Eigenleistung der Wehrmitglieder durchgeführt.

1979 konnte das neue Gerätehaus an Hohenkrähenstrasse 17 bezogen werden. Im selben Jahr konnte eine dringend erforderliche Autodrehleiter DL23/12 beschafft. Im selben Jahr beging die Feuerwehr Jestetten das 110jährige Jubiläum. Die im Jahre 1894 eingeweihte Fahne wurde zu diesem Anlass restauriert.

Mannschaftsbild Jestetten (1979)
Mannschaftsbild Jestetten (1979)
Mannschaftsbild Altenburg (1979)
Mannschaftsbild Altenburg (1979)
Jugendfeuerwehr (1979)
Jugendfeuerwehr (1979)
Einsatzfahrzeuge (1979)
Einsatzfahrzeuge (1979)

Im Juni 1982 nahm die Feuerwehr Jestetten in Waldshut eine Chemie- und Strahlenschutz-Ausrüstung in Empfang und erweiterte hiermit ihre Einsatzfähigkeit. 1983 wurde ein gebrauchter VW Mannschaftstransportwagen beschafft. Je eine Wettkampfgruppe der Abteilung Altenburg und eine Gruppe aus Jestetten erringen im Juni 1988 das goldene Leistungsabzeichen. Ebenfalls in diesem Jahr wurde der gebrauchte gekaufte VW-Mannschaftstransportwagen durch einen neuen ersetzt.

Erstmals  in der Geschichte der Wehr wurde im März 1993 mit Nicole Marquardt eine Frau in die Aktivmannschaft aufgenommen.

Ein Löschgruppenfahrzeug LF16/12 von MAN wurde am 27. Januar 1994 in Giengen/Brenz durch eine Delegation der Feuerwehr in Empfang genommen.

Im Haus der Begegnung fand im April 1994 eine Ausstellung von historischen Feuerwehrutensilien bzw. Gerätschaften statt. Eine besondere Attraktion war die private Sammlung von über 250 Helmen, die vom Jestetter Kommandanten und Initiator der Ausstellung Arnold Kaier, zur Verfügung gestellt wurden. Vom 06. Mai bis 09. Mai 1994 beging die Wehr ihr 125-jähriges Jubiläum verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag am 07. Mai. Am Festumzug nahmen über 1500 Teilnehmer in 60 Gruppen teil, drunter auch eine Delegation der Feuerwehr Gais Südtirol. Abschluss des Jubiläums bildete ein Kindernachmittag mit anschließendem Handwerkervesper. Im September 1994 wurde Arnold Kaier, Kommandant der Feuerwehr Jestetten, beim Landesfeuerwehrtag in Tübingen zum Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg gewählt. Damit war er auch automatisch im Vorstand des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Im Januar 1995 (Urteil vom 24. Januar 1995 EGMR) wurde die kommunale Feuerwehrabgabe aufgehoben. Laut Jahreschronik der Gemeinde Jestetten traff das die Gemeinde Jestetten mit rd. 60.000,-- DM.

Eine Gruppe der Feuerwehr Jestetten nahm im Juni 1998 zweimal an den Leistungswettkämpfen des Deutschen Feuerwehrverbandes in Lauchringen teil und errang das Leistungsabzeichen in Bronze.

Im September 1998 konnte die Feuerwehr den in Eigenarbeit im Feuerwehrgerätehause errichteten Einsatzleit- und Funkraum in Betrieb nehmen. Dieser war notwendig, da die bisherige Einsatzleitung im Privathaus von Herr Kaier untergebracht war er sein Amt aber auf Ende des Jahres in jüngere Hände übergab.

Das Leistungsabzeichen in Silber errang eine Gruppe der Feuerwehr Jestetten bei den Leistungswettkämpfen in Görwihl im Juni 1999.

Aufgrund eines Gutachtens wurde zum 01. Oktober 1999 die seit über 15 Jahren in Jestetten stationierte Rettungswache nach Dettighofen verlegt. Dies löste Befürchtungen aus, es könnte insbesondere in den Wintermonaten bedeuten, dass vor allem bei Verkehrsunfällen neue Aufgaben auf die Mitglieder der Feuerwehr zukommen könnten.

Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über das Gebiet von Jestetten. Bis Ende des Jahres waren über 60 Einsätze als Folge des Unwetters zu bewältigen. Der Jahrhunderjahreswechsel sorgte auch bei der Feuerwehr für erhöhte Alarmbereitschaft, zumal im Vorfeld angekündigt war, dass es zu massiven Ausfällen von elektronischen Anlagen kommen könnte. Die Befürchtungen waren jedoch grundlos und der Jahreswechsel völlig unproblematisch.

Kommandanten seit der Gründung

  • 1869 – 1872 Pius Keller (Landwirt)
  • 1872 – 1875 Josef Sigg (Maurer)
  • 1875 – 1880 Eduard Fischer (Adlerwirt)
  • 1880 – 1885 Josef Frei (Steinmetzmeister)
  • 1885 – 1886 Josef Abend
  • 1886 – 1887 Josef Frei  (Steinmetzmeister)
  • 1887 – 1899 Johann Abend (Gemeinderechner)
  • 1899 – 1903 Joachim Hartmann (Bürgermeister)
  • 1903 – 1906 Josef Bühler (Landwirt)
  • 1906 – 1922 Josef Sigg (Hirschenwirt)
  • 1922 – 1941 Josef Sigg (Zimmermann)
  • 1941 – 1948 Franz Danner (Säger)
  • 1948 – 1964 Hermann Jehle (Gipsermeister)
  • 1964 – 1970 Hans Blümlein (Schreiner)
  • 1970 – 1972 Hermann Jehle (Gipsermeister)
  • 1972 – 1998 Arnold Kaier (Elektromeister)
  • 1998 – 2006 Andreas Schlude (Installateur)
  • 2006 – 2015 Klaus Meier (Schreiner)
  • 2015 - heute Jörns Holger

Fahrzeuge und größere Geräte zur Brandbekämpfung seit der Gründung

Die Zusammmenstellung finden Sie in der PDF-Datei.

Quelle: Festzeitschrift 110 Jahre und 125 Jahre Feuerwehr Jestetten (A. Kaier und R. Denzel)
Ergänzungen und Fortführung: Quelle "Jestetter Dorfchronik" (Udo Sauer)